Jahr des Fragens

Jahr des Fragens

12 große ? aus dem Buch der Bücher

 

JAHR DES FRAGENS

 

Audio-Predigten von Pfarrer Hilger
im Dezember

1. Advent, 28.11.2021

 

Frage im Dezember
 

          "Wo bist du?"
           (1. Mose 3,9)

 

BIBELSTELLE GENESIS 3, 1-13

Die Schlange war schlauer als alle Tiere des Feldes, die Gott, der HERR, gemacht hatte. Sie sagte zu der Frau: „Hat Gott wirklich gesagt: Ihr dürft von keinem Baum des Gartens essen?“

Die Frau entgegnete der Schlange: „Von den Früchten der Bäume im Garten dürfen wir essen; nur von den Früchten des Baumes, der in der Mitte des Gartens steht, hat Gott gesagt: Davon dürft ihr nicht essen und daran dürft ihr nicht rühren, sonst werdet ihr sterben.“ Darauf sagte die Schlange zur Frau: „Nein, ihr werdet nicht sterben. Gott weiß vielmehr: Sobald ihr davon esst, gehen euch die Augen auf; ihr werdet wie Gott und erkennt Gut und Böse.“

Da sah die Frau, dass es köstlich wäre, von dem Baum zu essen, dass der Baum eine Augenweide und begehrenswert war, um klug zu werden. Sie nahm von seinen Früchten und aß; sie gab auch ihrem Mann, der bei ihr war, und auch er aß. Da gingen beiden die Augen auf und sie erkannten, dass sie nackt waren.

Sie hefteten Feigenblätter zusammen und machten sich einen Schurz. Als sie an den Schritten hörten, dass sich Gott, der HERR, beim Tagwind im Garten erging, versteckten sich der Mensch und seine Frau vor Gott, dem HERRN, inmitten der Bäume des Gartens.

Aber Gott, der HERR, rief nach dem Menschen und sprach zu ihm: „Wo bist du?“

Er antwortete: „Ich habe deine Schritte gehört im Garten; da geriet ich in Furcht, weil ich nackt bin, und versteckte mich.“

Darauf fragte er: „Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du von dem Baum gegessen, von dem ich dir geboten habe, davon nicht zu essen?“ Der Mensch antwortete: „Die Frau, die du mir beigesellt hast, sie hat mir von dem Baum gegeben. So habe ich gegessen.“ Gott, der HERR, sprach zu der Frau: „Was hast du getan?“ Die Frau antwortete: „Die Schlange hat mich verführt. So habe ich gegessen.“

 

IMPULS

„Nicht wir suchen etwas, sondern wir lassen uns finden vom dem, der uns liebt.“

Dieses Zitat, das mich schon lange begleitet und dessen Urheber nicht mehr ganz klar herauszufinden ist, begeistert und bestärkt mich schon sehr lange und führt mich auch wieder hinein in die Frage, die auch Gott in der Stelle aus dem Buch Genesis dem Menschen und im Letzten auch mir und uns als Menschen im Hier und Heute stellt: „Wo bist du?“

Diese Fragestellung zeigt uns auf, dass Gott ein Leben lang auf der Suche nach uns ist und wir durchaus schnell der Verlockung verfallen, uns zu verstecken und vieles vermeintlich Einfachere und Eindeutigere suchen und oft dieser Verlockung nachgeben.

Eva gibt in dieser zweiten Schöpfungsgeschichte dieser Verlockung nach und strebt nach dem, was absolut menschlich ist – sie möchte auf eine Stufe mit Gott stehen, sie möchte auch allwissend sein und eine Stufe höher sein als ihre Mitmenschen und sie zieht Adam nach oben, bzw. im Letzten eher mit nach unten.

Aber Gott gibt nicht auf – er bleibt dran, er sorgt sich um den Menschen und steigt im Allerletzten selbst auf die Schlange und damit auf das Böse – das Bild auf der Titelseite illustriert dies ganz eindrücklich – Jesus als der neue Adam vernichtet durch seinen schmerzvollen Tod am Kreuz das Böse. Aber doch steht auch am Kreuz wieder eine Frage, die das „Wo bist Du?“ auf noch eindrucksvollere Art und Weise uns in Erinnerung ruft.

      Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?"
                                (Matthäus 27,46)

In diesem Fall stellt die Frage nicht Gott an einen Menschen – Jesus Christus, der Mensch und Gott zugleich ist, stellt sie – er stellt sie seinem Schöpfer, seinem Vater und er gibt damit uns eine Stimme – im Letzten seine eigene. Er lädt uns ein in jeder Stunde unseres Lebens, vor allem im Leiden und Schmerzen, seine mit unserer Stimme zu verbinden.

Das Zeichen des Kreuzes nicht als Zeichen der Orientierungslosigkeit und des Endes, sondern eindrücklich dargestellt im Baum des Lebens eine Einladung sich immer finden zu lassen und nicht verschämt wegzuschauen, sondern dem in die Augen zu schauen, der voll Vertrauen und zugleich Erwartung auch an einen jeden von uns diese Frage stellt:
                                   „Wo bist Du?“

 

GEBET

 

 

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Idee und Konzept: Emmeran Hilger
Bilder aus pfarrbriefservice.de