Kamel Leo und Schaf Leonie

Kamel Leo und Schaf Leonie mit Herrchen

Kamel Leo und Schaf Leonie

und ganz viele ?????????

„Es gibt keine blöden Fragen, sondern nur blöde Antworten!“

 


          30 verschiedene Fragen
der Erstkommunionkinder 2022 an Gott

 

 

                    JANUAR 2022



??? Warum müssen wir sterben ????

Liebes Erstkommunionkind,

eine Sache gehört zum Sterben unbedingt dazu und das ist das Leben! Die Voraussetzung dafür, dass sowohl ein Tier als auch ein Mensch sterben kann, ist das Leben. Bei einem jeden Gang über den Friedhof - und der Pfarrer geht auch mit mir gerne über den Friedhof – dürfen wir das immer wieder erfahren, sehen und erleben.
Am Besten siehst Du das vielleicht auch, wenn Du Dir dort einen Grabstein anschaust. Auf einem jeden Grabstein findest Du nicht nur das Kreuz, das für den Tod steht, sondern auch einen Stern, der vor dem Geburtsdatum steht und uns daran erinnert, dass zu jedem verstorbenen Menschen das Leben gehört, das er zuvor mit hoffentlich vielen lieben Menschen gelebt und geteilt hat. Und das für die Welt und vor allem für die Menschen, für die er ganz wichtig, prägend und begleitend war, in tiefer Erinnerung und Dankbarkeit bleibt!

In einer gewissen Weise ist es vielleicht logisch und unvermeidbar, dass wir auch sterben müssen, denn sonst hätten wir nicht alle gemeinsam auf dieser Welt Platz. Auch der Körper, sowohl der vom Menschen als auch der von uns Tieren, mit all seinen Zellen und Organen zeigt uns klar auf, dass wir ein wahnsinniges Wunderwerk Gottes sind! So sollten wir uns bemühen, unseren Körper gut zu pflegen, um dieses Wunderwerk ganz lange hier auf dieser Erde zu erhalten.

Das zeigt uns immer wieder, wie wertvoll das Leben jeden Tag und jede Stunde ist – denn zwei Sachen lassen sich in unserem Leben niemals genau festlegen: Der Tag unserer Geburt und auch der Tag, an dem wir darauf hoffen, unser Leben bei Gott zu beginnen.

Mit einem wichtigen, lieben Menschen Zeit zu verbringen, die Dinge zu tun, die Dir persönlich am Herzen liegen, das alles macht dein Leben reich und das kann Dir auch niemals durch das Sterben genommen werden. Vielleicht kannst Du gerade bei einem Spaziergang über den Friedhof bei Sonnenschein entdecken, wie reich das Leben auch nach dem Tod bleibt!

Dein Schaf Leonie

 

??? Wo wohnst Du ????

Liebes Erstkommunionkind,

Caspar, Melchior und Balthasar kennst Du bestimmt, oder? Das sind die drei Könige aus dem Morgenland, die sich auf die Suche nach dem Sohn Gottes gemacht haben. Sie wollten unbedingt sehen, wo Gott auf der Erde wohnt und bisweilen wird erzählt, dass Tiere auf dieser Reise dabei waren. Ein Kamel war auf jeden Fall dabei, denn die Geschichte von ihrer aufregenden Reise wird auch bei uns Kamelen von Generation zu Generation weiter erzählt und sie ist immer aufs Neue spannend!

Alle, sowohl Menschen als auch Tiere, waren damals sehr enttäuscht. Denn jeder hat damals erwartet, dass Gott in einem unfassbar großen Palast mit unzähligen Türmen, goldenen Tischen und vielen Dienern und Dienerinnen wohnt. Aber dann stand der Stern nach langer beschwerlicher Suche auf einmal über einem ziemlich kümmerlichen und heruntergekommenen Stall außerhalb der Stadt. Das sollte die Wohnung Gottes unter den Menschen sein?
Auf den ersten Blick ist das wirklich eine Enttäuschung, aber auf den zweiten Blick staunten damals sowohl die Könige als auch die begleitenden Tiere. Gott kam da auf die Welt, wo eigentlich sonst nur Tiere das Licht der Welt erblicken. Und daneben standen Ochs und Esel – das sind jetzt wirklich keine großen majestätischen Tiere - wie etwa ein Kamel! Bis heute bin ich erstaunt darüber! Aber Gott zeigt uns mit der Wahl seiner Wohnung: „Ich möchte überall wohnen – ich möchte überall dort wohnen, wo Menschen bereit sind, auf mein Anklopfen zu hören.“
In Bethlehem hat keiner auf das Anklopfen Gottes in der Welt reagiert – alle Türen blieben ihm verschlossen. Aber er hört nicht auf, bei uns „anzuklopfen.“ Pfarrer Hilger spricht ja immer wieder vom „Herzklopfen“: Bei und mit jedem Herzschlag klopft Gott bei Dir an und erinnert Dich daran, dass er bei Dir wohnen will. Nimm Dir doch mal Zeit, mitten am Tag auf deinen Herzschlag zu achten! Dann kannst Du spüren, dass Gott durch Jesus in dieser Welt nicht nur in Bethlehem angeklopft hat, sondern dass ER dies auch immer und wieder bei Dir tun wird …

Dein Kamel Leo
 

??? Gibt es den Himmel wirklich ????

Liebes Erstkommunionkind,

da wir Kamele ja wirklich groß und somit dem Himmel ganz nahe sind, nehme ich, Leo, mich deiner Fragen an. Wir Kamele sind ja nicht nur groß und in der Wüste unterwegs, sondern viele von uns sind schon in der ganzen Welt herumgekommen. Dabei haben wir festgestellt, dass die meisten Menschen auf der Welt Englisch sprechen und inzwischen sprechen ja auch schon viele Schulkinder wie Du ein bißchen Englisch. Du kannst Dich damit wohl auf der ganzen Welt mit anderen Menschen unterhalten.
Die englische Sprache hat eine Besonderheit: Es gibt zwei Worte für Himmel - nämlich „sky“ und „heaven“. Im Deutschen kennen wir nur den Begriff „Himmel“. Vielleicht hilft Dir dies bei deiner Frage ein wenig: Mit dem Wort „sky“ ist der sichtbare Himmel mit den Wolken, der Sonne, dem Mond und den Sternen gemeint. Mit dem Wort „heaven“ ist für Christen der Ort gemeint, an dem Jesus heute seinen Platz gefunden hat und für uns Menschen da ist. Diesen Ort kann man nicht sehen, betreten oder gar erforschen und selbst Elon Musk wird nie zu diesem Ort kommen!
Du frägst Dich jetzt vielleicht – völlig zu Recht – wie schaut denn jetzt der Ort aus, an dem Jesus, Maria und die vielen Heiligen und auch die lieben Verstorbenen einen Platz gefunden haben? Ein kluger Mensch hat einmal gesagt, dass das Wesentliche und damit meint er das, was einem wirklich am Herzen liegt, unsichtbar bleibt. Aber zugleich sagt er - und das sagt uns Jesus auch immer wieder: „Die wichtigsten Sachen - und damit auch den Himmel – kannst Du nur mit dem Herzen sehen.“
Ich freue mich jeden Tag darüber, dass es den Himmel gibt, der einerseits unerreichbar weit weg scheint und auf der anderen Seite darf ich zugleich spüren, dass ich ja jeden Tag meine Höcker und auch meinen Kopf gen Himmel ausstrecken und spüren darf, dass der Himmel in mir drin ist. Richte Du dich doch einfach mal auf, strecke und recke dich und dann bin ich mir sicher, dass auch Du spüren kannst, dass du dem Himmel ganz nahe sein kannst. Ich hoffe, dass Du spürt, dass der Himmel für Dich immer weit offen bleibt!

Dein Kamel Leo

Idee und Konzept: Emmeran Hilger
Bilder teilweise aus pfarrbriefservice.de

 

Ausgabe 1: November 2021 Vorstellung

Ausgabe 2: Dezember 2021